Ihre sympathische Anwaltskanzlei Roland Scholz in Döbeln


Direkt zum Seiteninhalt

Die verflixte Grundschuld

Recht-Lokal

Die verflixte Grundschuld


In meinem Artikel „Die Fallstricke im Erbrecht“ im SachsenSonntag vom 28./29.09.2019, nachzulesen unter: www.anwaltskanzlei-roland-scholz.de, habe ich auf die Bedeutung des Grundbuchs bzw. dessen Berichtigung bei der Erbfolge und die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft hingewiesen. Neben der Eintragung der „richtigen Eigentümer“ kommt, für viele überraschend, der eingetragenen Grundschuld eine besondere Bedeutung zu. Warum ist das so?

Ist ein Kredit, der durch die Grundschuld gesichert wurde, zurückgezahlt, hat der Grundschuldgläubiger keinen Anspruch mehr. Da diese jedoch ein abstraktes Sicherungsmittel ist, bleibt eine Grundschuld bestehen und wird zur Eigentümergrundschuld. Während Grundschulden im regulären Zwangsversteigerungsverfahren im Ergebnis des Zuschlages erlöschen, bleiben diese bei der Auseinandersetzung von Miteigentümern oder einer Erbengemeinschaft im Wege eines Teilungsversteigerungsverfahrens bestehen. Diese fallen dann in das geringste Gebot. Können sich also ehemalige Ehegatten oder Lebenspartner, wie auch Mitglieder einer Erbengemeinschaft nicht über die Benutzung oder die Verwertung einer Immobilie einigen, kann der Bestand der Grundschuld die Versteigerung blockieren. Wirken nicht alle Miteigentümer/Miterben bei der Löschung der Grundschuld mit, bleibt diese bestehen. Ein fremder Ersteher wird eine Grundschuld nicht übernehmen, trägt er doch dann das Risiko, dass er mit Forderungen aus der Grundschuld, die noch den Miteigentümern oder der Erbengemeinschaft zusteht, konfrontiert wird. Übernimmt ein ehemaliger Ehegatte oder Lebenspartner die Grundschuld als Ersteher bedeutet dies nicht, dass der ehemalige Miteigentümer einen Zahlungsanspruch gegen den Ersteher im Hinblick auf den Übergang der nicht mehr valutierenden Grundschuld erwirbt.

Je nach Lage der Dinge kann es ratsam sein, sich mit dem Bestand der Grundschuld zu befassen und sachkundigen Rat einzuholen. Leider wird in Finanzkreisen und auch allgemein die Auffassung vertreten, dass Grundschulden für den Fall der Fälle bestehen bleiben können, da die eingetragene Grundschuld bei einer neuen Finanzierung Verwendung finden kann. Diese Kostenersparnis steht jedoch den oben dargestellten erheblich negativen Folgen entgegen.

Roland Scholz, seit 1990 Rechtsanwalt in Döbeln
Veröffentlicht in Döbelner Rundschau am 11.12.2019

Artikel anzeigen als PDF

zurück zu Veröffentlichung

Home | Wir über uns | Unser Profil | Aktuelles | Recht lokal | Ihr Kontakt zu uns | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü